Welche Rechtsprobleme beschäftigen die Menschen in Deutschland wirklich? Wir haben 6.233 Rechtsfragen ausgewertet, die zwischen April und August 2026 öffentlich in großen deutschen Frage-Portalen und Rechtsforen gestellt wurden. Das Ergebnis: Nicht exotische Spezialfälle dominieren, sondern der Alltag — Arbeitsrecht, Mietrecht und Strafrecht machen zusammen mehr als die Hälfte aller Fragen aus.
Die Zahlen im Überblick
So verteilen sich die Fragen auf die Rechtsgebiete (ohne die Sammelkategorie „Sonstiges“, Details zur Methodik unten):
- Arbeitsrecht: 18,6 %
- Mietrecht: 17,6 %
- Strafrecht: 17,2 %
- Verkehrsrecht: 13,6 %
- Vertragsrecht: 13,4 %
- Erbrecht: 10,2 %
- Familienrecht: 9,3 %
Beobachtung 1: Rechtsprobleme sind Alltag, kein Sonderfall
Job, Wohnung und Strafrecht machen zusammen 53 % aller Fragen aus. Dahinter stehen keine spektakulären Prozesse, sondern Situationen, die jeden treffen können: die Kündigung im Briefkasten, die strittige Nebenkostenabrechnung, der Bußgeldbescheid nach dem Blitzer. Wer ein Rechtsproblem hat, ist damit statistisch in bester Gesellschaft — und genau deshalb lohnt es sich, die eigene Situation früh einordnen zu lassen, bevor Fristen verstreichen.
Beobachtung 2: Arbeitsrecht ist die Nummer 1 — überall
Das Arbeitsrecht führt das Ranking der öffentlichen Fragen an. Auf unserer eigenen Plattform ist der Effekt sogar noch stärker: Rund 28 % aller Ersteinschätzungen betreffen das Arbeitsverhältnis — fast jede dritte. Das passt zur Natur arbeitsrechtlicher Probleme: Wer eine Kündigung erhält, hat nur drei Wochen Zeit für eine Kündigungsschutzklage. Da will niemand zwei Wochen auf einen Termin warten — gefragt ist schnelle Orientierung: Was gilt, welche Fristen laufen, welche Optionen gibt es?
Beobachtung 3: Die Strafrecht-Lücke
Auffällig ist der Kontrast beim Strafrecht: 17 % der öffentlichen Fragen drehen sich darum — aber kaum jemand holt sich dazu eine strukturierte Ersteinschätzung. Eine mögliche Erklärung: Wer online zu Strafrecht fragt, sucht vor allem schnelle Beruhigung („Ist das strafbar? Was droht mir?“), keine vertiefte Analyse. Denkbar ist auch eine höhere Hemmschwelle — strafrechtliche Themen sind schambehaftet, und viele wissen nicht, dass eine anonyme erste Einordnung möglich ist.
Wie wir die Daten erhoben haben
Transparenz gehört für uns dazu — deshalb die Methodik im Detail:
- Datenbasis: 6.233 öffentlich gestellte Rechtsfragen aus vier großen deutschen Frage-Portalen und Rechtsforen, Erhebungszeitraum 6. April bis 12. August 2026.
- Klassifikation: Jede Frage wurde KI-gestützt einem Rechtsgebiet zugeordnet; Duplikate wurden vorher entfernt.
- Sammelkategorie: 1.070 Fragen (17,2 %) ließen sich keinem klaren Rechtsgebiet zuordnen („Sonstiges“). Die Prozentwerte oben beziehen sich auf die verbleibenden 5.163 eindeutig zugeordneten Fragen.
- Plattform-Daten: Die Angabe zu unseren eigenen Ersteinschätzungen basiert auf der anonymisierten, aggregierten Auswertung aller bisherigen Analysen auf Erst Recht.
- Datenschutz: Ausgewertet wurden ausschließlich aggregierte Themen-Verteilungen, keine personenbezogenen Daten.
Was das für Sie bedeutet
Die Daten zeigen: Rechtliche Fragen gehören zum Alltag — und die meisten davon sind lösbar, wenn man früh Klarheit gewinnt. Genau dafür gibt es Erst Recht: Sie schildern Ihre Situation, unsere KI-gestützte Analyse ordnet sie rechtlich ein und zeigt Ihnen Fristen, Optionen und nächste Schritte — als rechtliche Ersteinschätzung, verständlich und ohne Juristendeutsch. Ob Kündigung, Mietproblem oder Vertragsstreit: Verschaffen Sie sich Orientierung, bevor Fristen ablaufen.
Fazit
Arbeitsrecht, Mietrecht und Strafrecht sind die Rechtsgebiete, die Deutschland am meisten beschäftigen. Der Rechtsreport erscheint ab jetzt regelmäßig — mit aktuellen Zahlen dazu, welche rechtlichen Themen die Menschen bewegen. Die nächste Ausgabe wird zeigen, ob der Sommer-Trend Bestand hat.
